Risikolebensversicherung bei Baufinanzierung: Schützt du deine Familie richtig?

Der Traum vom Eigenheim wird endlich wahr – doch hast du auch an die Absicherung gedacht? Viele Käufer konzentrieren sich auf Zinsen, Tilgung und Eigenkapital, übersehen dabei aber einen entscheidenden Punkt: Was passiert mit deiner Familie, wenn dir etwas zustößt? Die Risikolebensversicherung ist oft der unterschätzte Schutzschild, der zwischen finanzieller Sicherheit und dem Verlust des Eigenheims entscheiden kann. Doch brauchst du sie wirklich, oder kannst du dir die zusätzlichen Kosten sparen?

Warum sprechen alle von Risikolebensversicherung bei Baufinanzierungen?

Kurze Antwort:
Eine Risikolebensversicherung schützt deine Familie vor der vollen Kreditlast im Todesfall. Ob sie für dich sinnvoll ist, hängt von deiner Familiensituation, der Kredithöhe und vorhandenen Rücklagen ab – eine individuelle Prüfung zeigt dir die optimale Lösung.

Die Baufinanzierung ist für die meisten Menschen die größte finanzielle Verpflichtung ihres Lebens. Über Jahrzehnte hinweg zahlst du monatlich hunderte oder sogar tausende Euro zurück. Doch was geschieht, wenn du diese Verpflichtung plötzlich nicht mehr erfüllen kannst?

Eine Risikolebensversicherung zahlt im Todesfall des Versicherten eine festgelegte Summe an die Hinterbliebenen. Anders als klassische Lebensversicherungen mit Sparanteil konzentriert sie sich ausschließlich auf den Todesfallschutz. Das macht sie deutlich günstiger – oft zahlst du nur 20 bis 50 Euro monatlich für Absicherungssummen von mehreren hunderttausend Euro.

Die Versicherungssumme wird zu Beginn vereinbart und orientiert sich idealerweise an der Höhe deines Immobilienkredits. Im Ernstfall können deine Angehörigen damit die Restschuld tilgen oder zumindest die laufenden Raten über längere Zeit bezahlen, während sie sich neu orientieren.

🛡️ Risikolebensversicherung und Baufinanzierung – Deine Übersicht

  • Keine gesetzliche Pflicht: Banken dürfen sie empfehlen, aber nicht erzwingen.
  • Schutz für Angehörige: Verhindert, dass Familie oder Partner die volle Kreditlast allein tragen müssen.
  • Günstige Alternative: Kostet oft nur ein Bruchteil der von Banken angebotenen Restschuldversicherungen.

Ist eine Risikolebensversicherung bei Hauskauf Pflicht?

Nein, eine gesetzliche Verpflichtung zum Abschluss einer Risikolebensversicherung existiert in Deutschland nicht. Keine Bank darf sie als Bedingung für die Kreditvergabe vorschreiben. Das wäre rechtlich unzulässig und würde gegen Verbraucherschutzgesetze verstoßen.

Dennoch empfehlen viele Kreditinstitute bei der Baufinanzierung nachdrücklich eine entsprechende Absicherung. Besonders bei hohen Kreditsummen oder wenn beide Partner den Kredit aufnehmen, aber nur einer verdient, wird die Empfehlung deutlicher.

In der Praxis kann die fehlende Absicherung deine Konditionen beeinflussen. Banken bewerten das Ausfallrisiko höher und könnten:

Höhere Zinssätze ansetzen – oft um 0,1 bis 0,4 Prozentpunkte mehr Strengere Anforderungen an Eigenkapital oder Bonität stellen Niedrigere Kreditsummen genehmigen als mit Absicherung möglich wäre

Die Entscheidung für oder gegen eine Risikolebensversicherung sollte jedoch nicht primär von Bankforderungen abhängen, sondern von deiner persönlichen Situation.

💡 Wichtig: Je früher du die Versicherung abschließt, desto günstiger bleiben die Beiträge – denn sie richten sich nach deinem Eintrittsalter und bleiben dann konstant.

Für wen macht die Absicherung wirklich Sinn?

Die Antwort hängt stark von deiner individuellen Lebenssituation ab. Nicht jeder braucht diese Absicherung gleichermaßen.

Familien mit Kindern und nur einem Verdiener

Hier ist die Versicherung praktisch unverzichtbar. Wenn du das Haupteinkommen erwirtschaftest und dein Partner sich um Haushalt und Kinder kümmert, würde dein Tod die Familie in eine existenzbedrohende Lage bringen. Die monatliche Rate der Immobilienfinanzierung könnte nicht mehr gestemmt werden.

Eine Risikolebensversicherung über die Kreditsumme plus Puffer ermöglicht deiner Familie mehrere Optionen: Entweder die Schulden komplett tilgen und schuldenfrei wohnen bleiben, oder die Versicherungssumme zur Ratenzahlung nutzen, während sich dein Partner beruflich neu orientiert.

Doppelverdiener mit unterschiedlichen Einkommen

Wenn beide Partner arbeiten, aber die Einkommen stark unterschiedlich sind, bleibt ein erhebliches Risiko. Verdienst du beispielsweise 4.500 Euro netto und dein Partner 1.800 Euro, könnte er nach deinem Tod die gemeinsame Rate von 1.600 Euro theoretisch tragen – aber nur mit massiven Einschränkungen.

Eine gestaffelte Absicherung ist hier sinnvoll: Für den Hauptverdiener eine höhere Versicherungssumme, für den Partner mit geringerem Einkommen eine niedrigere. So ist in beiden Fällen ausreichend Schutz vorhanden, ohne unnötig hohe Beiträge zu zahlen.

Unverheiratete Paare mit gemeinsamer Immobilie

Diese Konstellation birgt besondere Risiken, die oft übersehen werden. Ohne Trauschein erbt dein Partner nicht automatisch deinen Anteil an der Immobilie. Stattdessen treten die gesetzlichen Erben – meist Eltern oder Geschwister – an deine Stelle.

Diese könnten auf Auszahlung ihres Erbteils bestehen. Dein Partner müsste dann entweder die Erben auszahlen oder die Immobilie verkaufen. Eine Risikolebensversicherung mit deinem Partner als Begünstigtem umgeht dieses Problem elegant.

Singles ohne finanzielle Abhängigkeiten

Lebst du allein und hast keine Personen, die finanziell von dir abhängen, ist die Notwendigkeit deutlich geringer. Im Todesfall fällt die Immobilie in deinen Nachlass. Deine Erben können entscheiden, ob sie das Erbe mit der Kreditschuld annehmen oder ausschlagen.

Bei Ausschlagung trägt die Bank das Verlustrisiko – das ist deren unternehmerisches Risiko. Eine Versicherung würde hier primär die Bank schützen, nicht deine Angehörigen.

Wie unterscheiden sich Risikolebens- und Restschuldversicherung?

Viele Banken bieten bei der Kreditvergabe eine Restschuldversicherung an. Auf den ersten Blick erscheint sie praktisch: alles aus einer Hand, direkte Abwicklung mit der Bank. Doch die Nachteile überwiegen meist deutlich.

Kostenvergleich zeigt massive Unterschiede

Restschuldversicherungen kosten oft das Zwei- bis Dreifache einer vergleichbaren Risikolebensversicherung. Bei einem Kredit von 300.000 Euro über 20 Jahre können das Mehrkosten von 20.000 bis 40.000 Euro über die Laufzeit bedeuten.

Die Beiträge werden häufig direkt in die Kreditsumme eingerechnet. Das erhöht nicht nur die Gesamtschuld, sondern du zahlst auch noch Zinsen auf die Versicherungsbeiträge – eine doppelte Belastung.

Leistung und Flexibilität im Vergleich

Die Risikolebensversicherung zahlt die vereinbarte Summe unabhängig von der aktuellen Restschuld. Deine Hinterbliebenen können frei entscheiden, was sie mit dem Geld machen: Schulden tilgen, Raten weiter bezahlen oder andere finanzielle Bedürfnisse decken.

Die Restschuldversicherung zahlt nur die zum Todeszeitpunkt noch bestehende Schuld – und das direkt an die Bank. Deine Familie sieht von dem Geld nichts, selbst wenn ein Puffer für die Übergangszeit dringend nötig wäre.

Ein weiterer entscheidender Punkt: Eine separate Risikolebensversicherung bleibt bestehen, auch wenn du zu günstigeren Konditionen umschuldest. Die Restschuldversicherung ist fest an den ursprünglichen Kredit gebunden und verfällt bei Ablösung – ohne Rückerstattung bereits gezahlter Beiträge.

Merkmal Risikolebensversicherung Restschuldversicherung
Monatliche Kosten Niedrig (25-60 €) Hoch (80-180 €)
Auszahlung an Frei wählbare Begünstigte Nur an Bank
Bei Umschuldung Bleibt erhalten Verfällt komplett
Versicherungssumme Konstant vereinbart Sinkt mit Restschuld

Wie hoch sollte deine Versicherungssumme sein?

Die richtige Versicherungshöhe ist keine Standardformel, sondern hängt von mehreren individuellen Faktoren ab.

Mindestabsicherung: Die aktuelle Kreditsumme

Als Basis sollte die Versicherungssumme mindestens deine Baufinanzierung abdecken. Bei 380.000 Euro Darlehen also mindestens 380.000 Euro Versicherungssumme. Das erscheint logisch, greift aber oft zu kurz.

Warum? Weil neben der Schuldentilgung auch der laufende Lebensunterhalt gesichert sein muss. Dein Partner braucht Zeit zur Neuorientierung, muss sich möglicherweise beruflich neu positionieren oder eine Ausbildung nachholen.

Empfohlener Puffer: Kreditsumme plus Übergangskapital

Besser ist eine Versicherungssumme, die 20 bis 40 Prozent über der Kreditsumme liegt. Bei 380.000 Euro Kredit also 450.000 bis 530.000 Euro Versicherung. Der Mehrpreis bei den Beiträgen ist überschaubar – oft nur 8 bis 15 Euro monatlich mehr.

Dieser Puffer ermöglicht flexible Lösungen:

Variante 1: Kredit komplett tilgen und 70.000 bis 150.000 Euro als Kapitalreserve behalten Variante 2: Nur teilweise tilgen und mit dem Rest die laufenden Raten über mehrere Jahre finanzieren Variante 3: Kredit weiterlaufen lassen und das Kapital für Lebenshaltung und berufliche Neuorientierung nutzen

Sonderfall: Sinkende Versicherungssumme

Einige Anbieter bieten annuitätische Modelle an, bei denen die Versicherungssumme parallel zur Kredittilgung sinkt. Diese Variante ist 15 bis 30 Prozent günstiger, bietet aber weniger Flexibilität.

Wenn du sicher bist, dass die Versicherung ausschließlich der Schuldentilgung dienen soll und keine weiteren Bedürfnisse abdecken muss, kann sich das lohnen. Für die meisten Familien ist die konstante Versicherungssumme jedoch die bessere Wahl.

🎯 Praxis-Tipp: Für nicht verdienende Partner ist eine separate Versicherung sinnvoll. Der Wegfall von Kinderbetreuung und Haushaltsführung verursacht Kosten von 1.000 bis 1.500 Euro monatlich – kalkuliere 100.000 bis 150.000 Euro ein.

Was kostet eine Risikolebensversicherung konkret?

Die Beiträge hängen von verschiedenen Faktoren ab: Alter, Gesundheitszustand, Versicherungssumme, Laufzeit und Risikofaktoren wie Rauchen. Hier einige realistische Beispielrechnungen:

Beispiel A: Junge Familie

  • 32 Jahre, Nichtraucher, gesund
  • Versicherungssumme 350.000 Euro
  • Laufzeit 28 Jahre
  • Monatsbeitrag: 28 bis 42 Euro

Beispiel B: Mittleres Alter mit Vorerkrankung

  • 46 Jahre, Nichtraucher, Bluthochdruck (eingestellt)
  • Versicherungssumme 270.000 Euro
  • Laufzeit 18 Jahre
  • Monatsbeitrag: 58 bis 82 Euro

Beispiel C: Raucher

  • 39 Jahre, Raucher (10 Zigaretten täglich)
  • Versicherungssumme 300.000 Euro
  • Laufzeit 23 Jahre
  • Monatsbeitrag: 88 bis 128 Euro

Die Beispiele zeigen: Für die meisten Menschen liegt der Beitrag deutlich unter 60 Euro monatlich. Im Verhältnis zur typischen Rate einer Baufinanzierung von 1.400 bis 2.000 Euro sind das nur 3 bis 4 Prozent Zusatzkosten – für umfassenden Schutz.

Welche zusätzlichen Absicherungen sind sinnvoll?

Eine Risikolebensversicherung deckt nur den Todesfall ab. Weitere Risiken können deine Immobilienfinanzierung ebenfalls gefährden.

Berufsunfähigkeitsversicherung: Der unterschätzte Schutz

Statistisch gesehen wird jeder vierte Arbeitnehmer vor der Rente berufsunfähig. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt eine monatliche Rente, wenn du aus gesundheitlichen Gründen deinen Beruf nicht mehr ausüben kannst.

Diese Rente kannst du für die Kreditraten verwenden. Die Beiträge sind deutlich höher als bei der Risikolebensversicherung – oft 120 bis 350 Euro monatlich je nach Beruf, Alter und gewünschter Rentenhöhe. Doch für die Absicherung deines Lebensstandards ist sie oft wichtiger als der reine Todesfallschutz.

Erwerbsunfähigkeitsversicherung als günstigere Alternative

Wer sich die Berufsunfähigkeitsversicherung nicht leisten kann oder aufgrund von Vorerkrankungen keine erhält, findet in der Erwerbsunfähigkeitsversicherung eine Alternative.

Sie zahlt nur, wenn du gar keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgehen kannst – nicht nur deinem erlernten Beruf. Die Hürden sind höher, dafür sind die Beiträge 40 bis 60 Prozent niedriger als bei der Berufsunfähigkeitsversicherung.

Unfallversicherung als Ergänzung

Eine Unfallversicherung zahlt bei dauerhaften Beeinträchtigungen durch Unfälle eine Einmalzahlung oder Rente. Sie greift schneller als die Berufsunfähigkeitsversicherung, deckt aber nur Unfälle ab – nicht Krankheiten.

Als Ergänzung zur Risikolebensversicherung kann sie sinnvoll sein, besonders für Menschen mit körperlich anstrengenden Berufen oder risikoreichen Hobbys.

Wohngebäudeversicherung: Pflicht bei Finanzierung

Diese Versicherung schützt deine Immobilie selbst gegen Schäden durch Feuer, Sturm, Hagel und Leitungswasser. Banken verlangen bei der Baufinanzierung zwingend den Nachweis einer Wohngebäudeversicherung.

Die Kosten liegen je nach Immobilienwert zwischen 350 und 1.200 Euro jährlich. Ohne diesen Schutz könntest du nach einem Brand die Restschuld weiter bedienen müssen, obwohl das Haus unbewohnbar ist.

🛡️ Absicherungs-Strategie: Die optimale Kombination aus Risikolebens-, Berufsunfähigkeits- und Wohngebäudeversicherung schützt dich gegen die drei größten Risiken bei der Baufinanzierung.

Häufig gestellte Fragen zur Risikolebensversicherung

  1. Kann die Bank mich zwingen, eine bestimmte Versicherung abzuschließen?

    Nein, keine Bank darf dich zwingen, eine Risikolebensversicherung bei einem bestimmten Anbieter abzuschließen. Das wäre eine unzulässige Kopplung und verstößt gegen Verbraucherschutzgesetze. Du kannst die Versicherung bei jedem beliebigen Anbieter deiner Wahl abschließen.
    Die Bank darf lediglich verlangen, dass eine Absicherung besteht – nicht aber, bei wem. In der Praxis empfehlen viele Institute ihre Partnerversicherer, oft sind deren Angebote aber teurer als der freie Markt. Ein unabhängiger Vergleich spart häufig 20 bis 40 Prozent der Beiträge.
    Wichtig ist nur, dass du der Bank einen Nachweis über die Versicherung vorlegst, falls sie eine Absicherung als Voraussetzung für bessere Konditionen genannt hat. Die Bank hat kein Recht, in den Vertrag Einsicht zu nehmen – der Nachweis der Versicherungssumme und Laufzeit genügt.

  2. Was passiert mit der Versicherung, wenn ich den Kredit vorzeitig tilge?

    Eine Risikolebensversicherung ist unabhängig vom Kreditvertrag. Tilgst du deinen Kredit vorzeitig durch eine Umschuldung, Erbschaft oder andere Mittel, läuft die Versicherung trotzdem weiter. Du hast dann mehrere Optionen:
    Erstens kannst du die Versicherungssumme reduzieren, was die Beiträge senkt. Dies ist sinnvoll, wenn du nur noch eine Teilschuld hast oder andere finanzielle Verpflichtungen deutlich gesunken sind. Die Reduzierung ist jederzeit möglich.
    Zweitens kannst du die Versicherung komplett kündigen. Beachte aber: Als Risikoversicherung ohne Sparanteil erhältst du keine Beiträge zurück. Die bereits gezahlten Beträge sind verloren. Eine Kündigung sollte daher gut überlegt sein.
    Drittens – und oft am sinnvollsten – behältst du die Versicherung als allgemeine Familienabsicherung bei. Sie schützt deine Angehörigen ja nicht nur vor Kreditschulden, sondern generell vor den finanziellen Folgen deines Todes. Besonders mit Kindern ist dieser Schutz auch unabhängig von Krediten wertvoll.

  3. Kann ich die Versicherungssumme später noch erhöhen?

    Die meisten modernen Risikolebensversicherungen bieten sogenannte Nachversicherungsgarantien an. Bei bestimmten Lebensereignissen kannst du die Versicherungssumme ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöhen. Typische Ereignisse sind:
    Geburt oder Adoption eines Kindes – meist bis 50.000 Euro Erhöhung möglich. Heirat oder Eintragung einer Lebenspartnerschaft – oft bis 30.000 Euro. Immobilienkauf oder Bauvorhaben – je nach Tarif bis 100.000 Euro. Wesentliche Gehaltserhöhung – meist ab 20 Prozent Steigerung, Erhöhung bis 50.000 Euro.
    Die Erhöhung muss meist innerhalb von 6 bis 12 Monaten nach dem Ereignis beantragt werden. Der Vorteil: Du zahlst nur die Beiträge für dein aktuelles Alter, musst aber keine Gesundheitsfragen mehr beantworten. Das ist besonders wertvoll, wenn sich dein Gesundheitszustand zwischenzeitlich verschlechtert hat.
    Achte beim Vertragsabschluss darauf, dass diese Nachversicherungsgarantie ohne weitere Bedingungen im Vertrag enthalten ist. Nicht alle Tarife bieten sie automatisch an.

  4. Greift die Versicherung auch bei Selbstmord?

    Die meisten Risikolebensversicherungen schließen Selbstmord in den ersten drei Jahren nach Vertragsbeginn vom Versicherungsschutz aus. Diese Regelung ist branchenüblich und soll verhindern, dass Menschen gezielt eine Versicherung abschließen, weil sie bereits Suizidabsichten hegen.
    Nach Ablauf dieser dreijährigen Wartezeit greift der Versicherungsschutz auch bei Selbstmord. Die Versicherung zahlt dann die volle vereinbarte Summe an die Begünstigten. Die Annahme dahinter: Nach drei Jahren besteht kein kausaler Zusammenhang mehr zwischen Vertragsabschluss und Suizid.
    Einige wenige Tarife bieten auch kürzere Wartezeiten oder verzichten ganz auf den Ausschluss – dies ist aber selten und meist mit höheren Beiträgen verbunden. Die genauen Bedingungen stehen in deinen Versicherungsunterlagen und können zwischen Anbietern variieren.
    Bei Tod durch riskante Hobbys oder Extremsportarten kommt es auf die individuellen Vertragsbedingungen an. Hast du solche Hobbys verschwiegen, kann die Versicherung die Zahlung verweigern.

  5. Lohnt sich eine gemeinsame Versicherung für beide Partner?

    Sogenannte verbundene Risikolebensversicherungen für Paare sind möglich und oft günstiger als zwei Einzelverträge. Es gibt zwei Varianten mit unterschiedlichen Auszahlungsmodalitäten:
    Bei der Oder-Verbindung zahlt die Versicherung beim Tod des zuerst versterbenden Partners die volle Summe. Der Vertrag endet dann. Dies ist für die Absicherung einer Baufinanzierung die richtige Wahl, da bereits der erste Todesfall die Familie finanziell entlastet werden muss.
    Bei der Und-Verbindung zahlt die Versicherung erst, wenn beide Partner verstorben sind. Diese Variante eignet sich eher für Erbschaftsplanung, nicht aber für die Absicherung laufender Kredite.
    Der Vorteil verbundener Tarife: Die Gesamtbeiträge liegen oft 10 bis 20 Prozent unter zwei Einzelverträgen. Der große Nachteil: Bei Trennung oder Scheidung wird die Aufteilung kompliziert. Jeder Partner müsste dann eine neue Einzelversicherung abschließen, was aufgrund des gestiegenen Alters deutlich teurer wird.
    Für verheiratete Paare mit stabiler Beziehung können verbundene Tarife sinnvoll sein. Bei unverheirateten Paaren oder wenn Unsicherheit über die Beziehungsstabilität besteht, sind zwei flexible Einzelverträge oft die klügere Wahl.

Deine nächsten Schritte zur optimalen Absicherung

Die Entscheidung für die richtige Absicherung bei Baufinanzierung ist komplex und hängt von vielen individuellen Faktoren ab. Familiensituation, Einkommensverhältnisse, Kredithöhe, vorhandene Rücklagen und Gesundheitszustand spielen alle eine Rolle.

Für Familien mit Kindern, Alleinverdiener-Haushalte und hohe Kreditschulden ist die Risikolebensversicherung meist unverzichtbar. Die überschaubaren monatlichen Kosten stehen in keinem Verhältnis zum Schutz, den sie bietet. Im Ernstfall bewahrt sie deine Familie vor dem Verlust des Eigenheims und existenziellen Sorgen.

Doch welche Versicherungssumme ist für dich richtig? Welche Laufzeit passt zu deiner Finanzierung? Und welche zusätzlichen Absicherungen wie Berufsunfähigkeitsversicherung oder Wohngebäudeversicherung solltest du kombinieren?

Eine individuelle Beratung analysiert deine Situation, vergleicht passende Angebote und zeigt dir Einsparpotenziale. Oft lassen sich durch geschickte Tarifwahl und Kombination mehrerer Absicherungen 30 bis 50 Prozent der Beiträge sparen – bei besserem Schutz.

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